Zu diesem Buch
25
Kapitel
48
Minuten
12k+
Wörter
16+
Content
Zeitverbannt
Kapitel 1 – Der lange Tag
Marc seufzte tief und rieb sich mit den Fingerspitzen über die Schläfen. Der Bildschirm vor ihm flackerte leicht, während er mit müden Augen die letzten Zahlenkolonnen seiner heutigen Arbeit durchging. Excel-Tabellen, endlose Mails, Meetings, in denen sich jeder wichtig vorkam – ein ganz normaler Tag im Leben eines durchschnittlichen Büroangestellten. Die Uhr an der Wand zeigte 19:47 Uhr. Viel zu spät, dachte er. Eigentlich hatte er um 17:00 Uhr Feierabend, aber wie so oft war er noch geblieben, um die Arbeit zu erledigen, die eigentlich seine Kollegen hätten machen sollen.
„Marc, du siehst aus, als wärst du mit einem Bus überfahren worden“, sagte eine Stimme hinter ihm. Es war sein Kollege Tom, der sich bereits die Jacke überwarf. „Komm, Feierabend. Sonst schläfst du hier noch ein.“
Marc grinste müde. „Geht nicht. Hab noch den Monatsabschluss. Wenn ich’s nicht mache, macht’s keiner.“
„Genau deshalb wird’s auch immer an dir hängenbleiben. Komm schon, gönn dir ein Bier.“
„Morgen“, winkte Marc ab. „Bin totmüde.“
Tom schüttelte nur den Kopf und verließ das Büro. Marc hörte noch, wie die Tür ins Schloss fiel, dann kehrte wieder die monotone Stille des Großraumbüros ein. Mit einer Mischung aus Genugtuung und Erschöpfung speicherte er die Datei, schaltete den PC aus und stand auf. Seine Beine fühlten sich steif an, und ein Knacken ging durch seine Knie, als er sich streckte. Er schnappte sich seine Jacke und seine Tasche, in der er sein Handy, eine Powerbank, eine kleine Taschenlampe und ein paar Müsliriegel verstaut hatte. Gewohnheitssachen. Dinge, die man immer dabeihaben musste.
Der Weg nach Hause führte ihn wie immer durch den Stadtpark. Ein ruhiger, fast idyllischer Ort, den er schätzte, weil er eine kurze Flucht aus dem grauen Alltag bot. Die Straßenlaternen tauchten den Park in ein warmes, oranges Licht, und eine kühle Brise ließ die Blätter rascheln.
Marc atmete tief durch und spürte, wie der Stress langsam aus ihm wich. Sein Blick wanderte zu den Sternen, die heute besonders klar zu sehen waren. Er fragte sich, wie viele Menschen genau in diesem Moment dasselbe taten – irgendwo auf der Welt einfach innehalten, um in den Himmel zu schauen.
Doch in genau diesem Moment geschah etwas Merkwürdiges.
Ein seltsames Kribbeln durchlief seinen Körper. Erst leicht, dann stärker. Es begann in seinen Fingerspitzen, wanderte über die Arme und schließlich über seinen ganzen Körper. Plötzlich wurde ihm schwindelig, als würde ihm der Boden unter den Füßen entzogen werden.
„Was zur Hölle…?“ murmelte er und fasste sich an den Kopf.
Dann kam ein Geräusch. Ein tiefes, elektrisierendes Brummen, das sich anhörte, als würde die Luft selbst vibrieren. Es kam von überall und nirgends zugleich. Er spürte, wie sein Körper schwerelos wurde, sein Blickfeld verzerrte sich, und ein kaltes Zucken ging durch seine Wirbelsäule.
Panisch wollte er sich irgendwo festhalten, doch da war nichts. Nur Dunkelheit.
Ein Moment völliger Stille.
Dann – ein greller Blitz. Ein Ruck durch seinen Körper. Und plötzlich war er nicht mehr im Park.
Hinweis
Bewertungen sollen sich ausschließlich auf die Geschichte des Buches beziehen – nicht auf die Cameo-Auswahl oder Teilnahme. Wir freuen uns über ehrliches Feedback zur Handlung, den Charakteren oder dem Leseerlebnis. Die Cameo-Chance ist ein zusätzlicher Bonus und spielt in der Bewertung keine Rolle.
