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Self-Wish Cameo

Wache 66 – Zwischen Funk und Herzschlag + Cameo Code 🗝️

Wache 66 – Zwischen Funk und Herzschlag + Cameo Code 🗝️

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Inkl. Steuern.

Auf einer chaotischen Polizeiwache irgendwo zwischen Kaffeeautomat, Büroklammerkunst und echten Einsätzen trotzt ein ungewöhnliches Team dem Wahnsinn des Alltags – mit Herz, Humor und einer Portion Selbstironie.

Ob verschwundene Teddys, sprechende Papageien oder ein neuer Kollege mit zu viel Ordnungssinn: Die Crew von Wache 66 löst jeden Fall auf ihre eigene schräge, aber herzliche Art – und findet dabei nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch sich selbst.

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Zu diesem Buch

Kapitel
22
Kapitel
Zeit
72
Minuten
Wörter
18k+
Wörter
FSK
12+
Content
Wache 66 – Zwischen Funk und Herzschlag Kapitel 1 – Frischfleisch Kellan Monroe war spät dran. Nicht nur ein bisschen spät, sondern richtig spät – wie „Ich-hab-den-ersten-Eindruck-versemmelt“-spät. Seine Stiefel klackten auf dem abgewetzten Linoleumboden, während er mit einer Styroportasse Kaffee in der einen Hand und einer Aktentasche, die aussah, als hätte sie den Irakkrieg mitgemacht, in der anderen durch den schmalen Korridor stolperte. Wache 66. Irgendwo am Rand von Detroit. Kein Hochsicherheitskomplex, keine gläsernen Büros mit Blick auf die Skyline, sondern ein zweistöckiger Klotz mit flackernden Leuchtröhren und einem eigenwilligen Mix aus Muff, kaltem Rauch und Desinfektionsmittel. Kellan hatte schon viel erlebt. Aber nichts hatte ihn auf diesen Ort vorbereitet. Er blieb vor dem Briefkasten mit der Aufschrift „PERSONAL – KEINE WERBUNG“ stehen. Jemand hatte „KEINE SEELE“ darunter gekritzelt. Kellan grinste schief. Im Eingangsbereich wartete ein breitschultriger Typ mit getrimmtem Bart, Kaffeefleck auf dem Hemd und einer Dienstmarke, die eher wie ein Schmuckstück am Gürtel baumelte. „Du bist der Neue“, sagte er ohne Fragezeichen in der Stimme. „Monroe. Kellan Monroe“, stellte er sich vor und reichte die Hand. Der andere musterte ihn wie ein Autoverkäufer ein beschädigtes Modell. „Sergeant Lincoln Pritchard. Willkommen im Irrenhaus.“ Er drehte sich um und brüllte über die Schulter: „Hey Clyde, markier mal wieder das Revier, der Frischling ist da!“ Ein dünner, schielender Mann mit Hausmeisterkittel nickte nur wortlos und winkte mit einem alten Mop. „Wenn er’s überlebt, kriegt er 'nen eigenen Spind“, murmelte er. Pritchard führte Kellan durch das Revier. Die Wände waren tapeziert mit Fotos, auf denen Cops lachend Donuts aßen, vor explodierenden Autos posierten oder mit Weihnachtsmützen vor Verbrechern standen. Dazwischen: Ein Whiteboard mit kryptischen Notizen wie „Mrs. Kowalski = Katze verloren?“ und „Taser-Wartung!!!“. „Wir sind nicht wie die Typen in den Serien“, sagte Pritchard. „Wir retten keine Welt. Wir halten sie nur irgendwie zusammen.“ Im Aufenthaltsraum saßen zwei Officers auf einem durchgesessenen Sofa und starrten auf einen kleinen Röhrenfernseher. Der Ton war aus. Ein Dutzend Kaffeetassen standen auf dem Tisch. Einer der beiden, ein Mann mit Latino-Wurzeln und modischer Glatze, schaute kurz auf. „Das ist Ramone Diaz. Redet nicht viel, aber wenn er’s tut, trifft’s wie ein Schlagstock auf dem Brustbein“, erklärte Pritchard. „Der da mit dem schlechten Haarschnitt ist Troy. Hat 'nen leichten YouTube-Tick.“ Troy stand auf, trat näher, inspizierte Kellan wie ein Trüffelschwein eine neue Knolle. „Du siehst aus wie ein Cop aus nem Indie-Film. Mit Trauma.“ „Danke… glaub ich“, sagte Kellan. Pritchard seufzte. „Na gut, Monroe. Du kriegst den Schreibtisch zwischen der durchgelegenen Couch und dem Automaten, der nur Münzen aus dem Jahr 2004 annimmt. Zeigt Charakter.“ Er ließ Kellan dort stehen und ging. Eine Frau trat aus dem Kopierraum. Ihre Haut war dunkel, ihre Bewegungen präzise wie die einer Tänzerin, die gelernt hatte, in Stiefeln statt Ballettschuhen aufzutreten. „Officer Nyla Shore. Ich bin die mit dem Verstand hier“, sagte sie, ohne ihn anzuschauen. „Die mit den Eierstöcken, die aber trotzdem keinen Kaffee serviert.“ „Verstanden“, erwiderte Kellan. „Ich bin der mit dem Frischfleisch-Stempel auf der Stirn.“ Sie lächelte kaum merklich. Sein Schreibtisch quietschte, als er den Stuhl schob. Die Schublade klemmte. Drin lagen: Drei halbe Kugelschreiber, ein benutzter Kaugummi, eine Kakerlake, die aufgab, als er sie ansah. Kellan seufzte. Das Funkgerät an der Wand rauschte. „Einheit 66 – wir haben einen 10-57 in der Oak Street. Verkehrsunfall. Keine Verletzten, Fahrer flüchtig.“ Pritchard kam wieder rein. „Na los, Monroe. Zeit zu sehen, ob du wirklich aus Fleisch bist – oder nur aus Papier.“ Troy klatschte ihm einen Helm in die Hand. „Falls dein Hirn fliegt, soll es wenigstens in Einzelteilen auffindbar sein.“ Kellan folgte ihnen zum Wagen – einem Ford Explorer mit Dellen, Bullet-Aufkleber und einem Duftbaum, der schon bessere Tage gesehen hatte. Während der Fahrt erzählte ihm niemand etwas über den Einsatz. Stattdessen lief über das Radio eine Aufnahme von Troy, wie er eine Country-Version von „Eye of the Tiger“ sang. Am Einsatzort war nichts mehr da außer einem Laternenmast mit Reifenspuren drumherum und einer zerquetschten Mülltonne. „Willkommen in Detroit“, murmelte Pritchard und winkte einen streitenden Rentner zur Seite. Kellan schrieb sich Notizen auf einen zerknitterten Block. Plötzlich rief jemand: „Er da! Der Typ da drüben hat den Wagen gelenkt!“ Ein Mann mit Jogginghose und Crocs drehte sich um und rannte los. „Jetzt wird’s ernst“, sagte Ramone – zum ersten Mal. Kellan sprintete los. Die anderen blieben zurück, lehnten sich gegen den Streifenwagen und wetteten mit Dollar-Scheinen. Der Typ war schnell. Aber Kellan war schneller. Zwei Ecken, ein umgestoßener Zeitungskasten, ein Sprung über eine Katze später – warf er sich auf den Flüchtigen. „Detroit PD“, keuchte er. „Sie haben das Recht… nicht in Crocs zu fliehen.“ Der Mann japste. „Ich hab nur 'ne Matratze geholt, ich schwör!“ Kellan zückte die Handschellen. Als sie zurückkamen, klatschte Troy sarkastisch. „Der Neue kann laufen. Bringt uns nix, aber ist nett.“ Zurück auf der Wache setzte sich Kellan schwer auf seinen Stuhl. Neben ihm stand eine Donutbox mit dem Zettel: „Von Clyde. Willkommen im Dreck.“ Nyla reichte ihm einen frischen Kaffee. „Du bist nicht der Schlechteste. Aber wenn du überlebst – lernst du noch das Wahre kennen.“ „Was ist das Wahre?“ Sie zeigte auf die Wand mit Polaroids. Ein Foto von ihr, völlig erschöpft, Blut auf dem Hemd, daneben Troy mit aufgemaltem Schnurrbart, dahinter Clyde im Hasenkostüm. „Willkommen bei Wache 66“, sagte sie. Kellan grinste. Er war angekommen.
Hinweis
Bewertungen sollen sich ausschließlich auf die Geschichte des Buches beziehen – nicht auf die Cameo-Auswahl oder Teilnahme. Wir freuen uns über ehrliches Feedback zur Handlung, den Charakteren oder dem Leseerlebnis. Die Cameo-Chance ist ein zusätzlicher Bonus und spielt in der Bewertung keine Rolle.