Zu diesem Buch
20
Kapitel
56
Minuten
14k+
Wörter
18+
Content
OG-White – Peinlich seit Tag 1
Kapitel 1: Der Weiße im Hood
Tyrone „T-White“ Müller war nicht nur ein Mann, er war eine Legende. Zumindest in seinem eigenen Kopf. In den Straßen von „Biggie Blocks“, einer Hood, in der es mehr Drive-by-Shootings als funktionierende Straßenlaternen gab, war er der einzige Weiße – aber das störte ihn nicht. Denn in seiner Welt war er tiefschwarz. Schwarzer als Kohle, schwarzer als Mitternacht ohne Straßenbeleuchtung, schwarzer als… naja, einfach schwarz.
„Yo, was geht, meine Homies?“ rief er, als er die Straße entlangschlenderte, einen übergroßen Hoodie tragend, der so weit war, dass man zwei weitere Typen darin hätte verstecken können. Seine Baggy-Jeans hingen so tief, dass er praktisch auf der Bordsteinkante lief. Und natürlich trug er eine goldene Fake-Kette um den Hals, auf der in riesigen Buchstaben „OG-White“ stand.
Die Nachbarschaft war es gewohnt. T-White war ein Running Gag – eine laufende Meme, eine menschgewordene Facepalm.
„T-White, verdammt noch mal, warum redest du wie ein Rapper-Imitator auf Crack?“ rief Jamal, einer seiner „Homies“, der gerade an einer brennenden Mülltonne stand und einen Blunt rauchte.
T-White wippte mit dem Kopf im Beat zu einem imaginären Track, schnippte mit den Fingern und antwortete: „Bruder, das ist mein Swag. Mein Flow. Meine Roots. Ich bin aus dem Ghetto, Mann! Ich bin der weißeste Schwarze in der ganzen Hood!“
Stille.
Dann brach die gesamte Gruppe in Gelächter aus. Tyrone dachte natürlich, sie lachten MIT ihm. Er lachte mit. Alle lachten. Bis plötzlich Big Dre auftauchte – ein Typ, dessen Schultern so breit waren, dass man dachte, er hätte zwei Kühlschränke gefressen.
„Ey, Weißbrot! Was machst du wieder für Faxen?“
T-White setzte eine ernste Miene auf, spuckte demonstrativ auf den Boden (sein eigener Schuh war das Opfer) und sagte: „Dre, Bruder, du musst chillen. Du weißt doch, ich bin einer von euch.“
Dre verschränkte die Arme. „Ach ja? Sag mal, wie buchstabiert man ‚Hood‘?“
T-White grinste selbstbewusst. „H-O-D!“
Jamal rieb sich das Gesicht. „Digga… du bist schlimmer als ne Matheprüfung am Montagmorgen.“
T-White zuckte die Schultern. „Bruder, ich bin Ghetto. Ich fühl’s einfach!“
In diesem Moment fuhr ein Auto mit quietschenden Reifen vorbei. Ein dunkler Wagen – die Fenster runtergelassen, laute Musik dröhnte heraus. Ein Typ im Auto zeigte mit dem Finger auf T-White.
„Ey, Tyrone, willst du sterben, oder warum trägst du deine Kette so offensichtlich?“
T-White lachte. „Bruder, niemand klaut OG-Whites Chain! Ich bin hier der Boss!“
In dem Moment kam ein achtjähriges Kind vorbeigerannt, riss ihm die Kette vom Hals und verschwand in der Dunkelheit.
„FUCK!“ rief T-White.
Jamal legte eine Hand auf seine Schulter. „Welcome to the Hood, Weißbrot.“
Hinweis
Bewertungen sollen sich ausschließlich auf die Geschichte des Buches beziehen – nicht auf die Cameo-Auswahl oder Teilnahme. Wir freuen uns über ehrliches Feedback zur Handlung, den Charakteren oder dem Leseerlebnis. Die Cameo-Chance ist ein zusätzlicher Bonus und spielt in der Bewertung keine Rolle.
