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Self-Wish Cameo

Der Übergang + Cameo Code 🗝️

Der Übergang + Cameo Code 🗝️

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Inkl. Steuern.

Drei Freunde reisen von Europa bis in den Himalaya, um ein mysteriöses Artefakt zu entschlüsseln. Doch was als Abenteuer beginnt, wird zu einer Reise in die tiefsten Schichten ihrer eigenen Erinnerungen – und die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen.

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Zu diesem Buch

Kapitel
25
Kapitel
Zeit
84
Minuten
Wörter
21k+
Wörter
FSK
12+
Content
Der Übergang Kapitel 1 – Die Entscheidung Der Regen prasselte hart gegen die Fensterscheibe, als Luca den Kopf auf die Hand stützte und stumm auf den Bildschirm seines Laptops starrte. Ein Reisevideo lief, Sound war aus – aber die Bilder sprachen eine Sprache, die keine Worte brauchte. Endlose Landschaften, Gebetsfahnen, Wind, der durch zerzauste Bäume in Hochlagen wehte, Gesichter mit Falten wie alte Landkarten. Tibet, Nepal, Himalaya. Für andere vielleicht nur ein ferner Ort. Für Luca: ein Traum, der langsam zur Obsession wurde. „Schon wieder das Video?“, murmelte eine Stimme von der Couch. Neven, sein Mitbewohner und langjähriger Freund, hatte sich eine Packung Chips auf den Bauch gelegt, während er halbherzig durch einen Online-Katalog für Fahrradteile scrollte. „Du weißt schon, dass wir nicht mal bis Düsseldorf kommen ohne Bankrott zu gehen, oder?“ Luca antwortete nicht sofort. Er spürte, wie etwas in ihm zu brodeln begann – ein Drang, ein unbestimmter Sog, als würde ihn etwas aus seinem Leben herausziehen wollen. Die Routine. Die Vorhersehbarkeit. Die leeren Gespräche auf der Arbeit. Der Fahrstuhl. Die Kantine. Der Sonntagabend mit dem Gedanken an Montag. „Was wäre, wenn...“, begann er langsam, „…wir einfach losfahren?“ Neven hob eine Augenbraue. „Wohin?“ „Osten. Richtig weit. Bis nach Nepal. Mit dem Zug.“ Die Chips knisterten in Nevens Hand. Er legte die Tüte zur Seite, setzte sich auf und sah Luca an, als hätte der gerade vorgeschlagen, den Mond zu Fuß zu besuchen. „Du meinst das ernst.“ „So ernst wie noch nie.“ Ein paar Sekunden Stille. Dann ein kurzes, ungläubiges Lachen. „Du weißt, dass das verrückt ist, oder? Kein Plan, kein Budget, keine Ahnung von irgendwas. Und das letzte Mal, als wir ohne Plan losgezogen sind, hast du dein Handy im Taxi in Lyon verloren.“ Luca grinste. „Ja, und genau das war die beste Woche meines Lebens.“ Neven lehnte sich zurück, seine Miene wurde nachdenklich. „Tariq wird nicht mitmachen. Der hat seinen neuen Job gerade erst angefangen.“ „Wir fragen ihn trotzdem.“ ________________________________________ Am Abend trafen sie sich bei Tariq, der in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung lebte, zwischen Bücherstapeln, Sportschuhen und einem Chaos, das irgendwie geordnet wirkte. Tariq war immer der Ausgleich gewesen – ruhig, rational, klug. Während Luca impulsiv war und Neven meist zynisch-pragmatisch, hatte Tariq die Fähigkeit, das Ganze zu sehen. Er hörte sich den Vorschlag schweigend an. Seine Stirn war leicht gerunzelt, die Finger spielten mit einer Teetasse, die nie leer zu werden schien. „Ihr wollt also einfach aufbrechen? Keine Route, kein Plan B, keine Visa?“, fragte er schließlich. „Genau das ist der Plan“, sagte Luca. „Wir gehen einfach Schritt für Schritt. Jeden Zug nehmen wir wie er kommt.“ Tariq schüttelte den Kopf, aber da war ein Glimmen in seinen Augen – etwas, das selbst er nicht kontrollieren konnte. Abenteuerlust, die er sich nie erlaubt hatte. „Ich weiß nicht … mein Vertrag … meine Eltern würden durchdrehen …“ „Wen interessiert das?“, mischte sich Neven ein. „Wir haben immer davon geredet, mal was zu machen, was nicht vorhersehbar ist. Nicht abgesichert, nicht geplant. Vielleicht ist es das jetzt.“ Tariq schwieg lange. Dann: „Was ist das Ziel? Einfach nur ankommen?“ Luca stand auf, ging zum Bücherregal, zog einen alten Atlas hervor und blätterte zu einer Doppelseite mit Asien. Er zeigte auf die Spitze von Indien. „Kathmandu. Und wenn’s irgendwie geht: bis zum Fuß des Himalaya.“ Tariq sah ihn an. „Und warum gerade das?“ „Weil ich wissen will, wie weit wir kommen, wenn wir einfach nur losgehen“, sagte Luca leise. „Ohne Garantie, ohne Rückfahrschein. Nur mit uns.“ Wieder diese Stille, dicht und geladen. Tariq nahm einen Schluck Tee, dann sagte er ruhig: „Wenn ihr in drei Tagen noch derselben Meinung seid, dann bin ich dabei.“ ________________________________________ Diese drei Tage wurden zur intensivsten Vorbereitung ihres bisherigen Lebens. Nicht, weil sie alles durchplanten – sondern weil sie alles loslassen mussten. Luca kündigte seine Wohnung, Neven schrieb seinem Chef eine kryptische Nachricht mit einem Selfie vom Atlas. Tariq besuchte seine Mutter, ohne ein Wort über die Reise zu verlieren, aber sie wusste es trotzdem. Mütter wissen solche Dinge. Am dritten Tag trafen sie sich am Hauptbahnhof. Drei Rucksäcke, drei Tickets nach London mit dem Eurostar, eine Kamera, eine Thermosflasche, ein kleiner geschnitzter Buddha, den Tariq aus dem Schrank seines verstorbenen Vaters genommen hatte. Es war kalt. Die Sonne kämpfte sich durch dichten Hochnebel. Die Abfahrtstafel klackerte wie in einem alten Film. Luca spürte das Pochen seines Herzens in der Brust. Kein Zurück mehr. „Na dann“, sagte Neven und hob die Hand für einen symbolischen Handschlag. „Bis zum Himalaya.“ Tariq sah auf das Ticket, dann in die Runde. „Glaubt ihr, wir werden zurückkommen?“ Luca antwortete nicht. Stattdessen lächelte er. Nicht wissend. Nicht sicher. Aber voller Erwartung. ________________________________________ Der Zug rollte ein. Türen zischten. Menschen hetzten vorbei. Und mittendrin: drei Freunde, die sich entschieden hatten, eine Welt zu betreten, die sie noch nicht verstehen konnten. Was sie noch nicht wussten: Ihre Reise würde nicht nur durch Länder führen. Sondern durch Grenzen in sich selbst, die sie nie zuvor in Frage gestellt hatten. Ein Abenteuer begann. Und mit ihm: eine Geschichte, die größer war als sie selbst.
Hinweis
Bewertungen sollen sich ausschließlich auf die Geschichte des Buches beziehen – nicht auf die Cameo-Auswahl oder Teilnahme. Wir freuen uns über ehrliches Feedback zur Handlung, den Charakteren oder dem Leseerlebnis. Die Cameo-Chance ist ein zusätzlicher Bonus und spielt in der Bewertung keine Rolle.