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Self-Wish Cameo

Der Kreis von Skar + Cameo Code 🗝️

Der Kreis von Skar + Cameo Code 🗝️

Normaler Preis €6,99 EUR
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Inkl. Steuern.

Lara Bender wird in ein stilles Dorf gerufen, nachdem eine Reihe mysteriöser Todesfälle mit einem alten Waisenhaus in Verbindung gebracht wird. Schnell stößt sie auf das verborgene Projekt „Skar“ – eine Organisation, die mit Erinnerungen, Bewusstsein und der Manipulation menschlicher Identität experimentierte. Als Lara tiefer gräbt, beginnt sie zu zweifeln, wer sie wirklich ist Was als Ermittlungsreise beginnt, entwickelt sich zu einer Enthüllung über verdrängte Vergangenheit, kollektives Gedächtnis und eine Wahrheit, die niemand erinnern darf. Lara muss sich entscheiden: Vergessen oder entfesseln.

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Zu diesem Buch

Kapitel
20
Kapitel
Zeit
66
Minuten
Wörter
16k+
Wörter
FSK
18+
Content
Der Kreis von Skar Kapitel 1 – Das Flüstern im Nebel Der Nebel lag schwer über dem Küstendorf. Er kroch durch die Gassen wie eine lebendige Masse, verschluckte Geräusche und verzerrte Silhouetten. Die Laternen warfen milchige Lichter auf das nasse Kopfsteinpflaster, doch selbst ihre Strahlen reichten kaum ein paar Meter weit. Es war kurz nach Mitternacht, als der erste Schrei durch das Dunkel schnitt. Lara Bender schreckte in ihrem kleinen Gästezimmer auf. Sie war erst gestern angekommen, hatte sich auf eine ruhige Auszeit gefreut. Der alte Gasthof am Rand des Dorfes versprach Stille, Natur und lange Spaziergänge. Stattdessen war da dieser Schrei gewesen – schrill, panisch, dann plötzlich abgewürgt. Sie trat ans Fenster, doch der Nebel zeigte ihr nichts. Ein kalter Schauer kroch ihr über den Rücken. In ihrer Brust pochte ein alter Instinkt. Sie war Journalistin. Und sie wusste: Wenn Menschen nachts schreien, geschieht etwas, das nicht vergessen werden will. Zögernd zog sie sich an, warf sich den Regenmantel über und verließ das Zimmer. Der Flur war still. Unten im Gastraum brannte noch eine Lampe. Der Wirt, ein schweigsamer Mann in den Fünfzigern, hob nicht einmal den Blick, als sie hinaus auf die Straße trat. Die Luft roch nach Algen und Salz, vermischt mit feuchtem Holz und dem Hauch von etwas Bitterem. Ihre Schritte hallten matt, als sie die Gasse entlangging. Nach wenigen Metern sah sie blaue Lichter durch den Nebel tanzen. Stimmen, leise und angespannt, drangen an ihr Ohr. Eine kleine Menschenmenge hatte sich versammelt. Jemand hielt sie auf Abstand. „Gehen Sie weiter. Es gibt nichts zu sehen“, sagte eine tiefe Stimme. Lara erkannte den Tonfall sofort. Polizisten, die mehr verbergen als erklären wollen. Sie zog den Ausweis aus ihrer Jacke und trat näher. „Lara Bender. Freie Journalistin. Was ist passiert?“ Ein Mann mit kantigem Gesicht, Drei-Tage-Bart und einer nassen Uniform musterte sie. „Ein Unfall“, sagte er knapp. „Gehen Sie bitte.“ „Ein Unfall, mitten in der Nacht, mitten im Nebel?“, fragte sie ruhig. „Jemand hat geschrien.“ Sein Blick wurde schmal. „Ich bin Niklas Jensen. Und ich sage Ihnen: Gehen Sie zurück in Ihren Gasthof.“ „Ich bleibe nicht lange. Nur eine Frage: Wer ist tot?“ Er seufzte, dann sah er sich um. Schließlich sagte er: „Henrik Voss.“ Der Name bedeutete ihr nichts. Aber das flüchtige Zucken in seinem Gesicht schon. Sie wich einen Schritt zurück, stellte sich hinter eine Gruppe schweigender Dorfbewohner und beobachtete die Szenerie. Ein Körper lag halb unter einer Plane. Der Kopf war zur Seite geneigt. Ein Arm ragte seltsam angewinkelt hervor. Daneben kniete jemand und sprach leise in ein Funkgerät. Weitere Uniformierte standen in der Nähe und flüsterten. Niemand weinte. Niemand schrie mehr. Es war, als hätte das ganze Dorf die Luft angehalten. Lara kehrte einige Minuten später zum Gasthof zurück. Sie schrieb sich den Namen auf, recherchierte noch im Bett mit wackligem Empfang: Henrik Voss, 71, ehemaliger Fischer, seit Jahren im Ruhestand. Keine Familie. Kein Bild. Keine Artikel. Am Morgen schien die Sonne. Der Nebel war fort, doch das Dorf war nicht aufgewacht. Die Gespräche am Frühstückstisch blieben leise. Der Wirt schwieg. Zwei ältere Frauen tuschelten, brachen aber ab, als Lara eintrat. Sie setzte sich ans Fenster, öffnete den Laptop und tippte erste Notizen. Als sie kurz aufstand, um einen Tee zu holen, blinkte das Display. Eine neue Nachricht. Absender: unbekannt. **„Sie lügen. Es war kein Unfall. Henrik wusste zu viel. Wenn Sie die Wahrheit wollen, gehen Sie heute Abend zur Klippe hinter dem alten Leuchtturm.“** Kein Name. Kein Anhang. Keine Erklärung. Nur diese Sätze. Lara fühlte, wie sich etwas in ihr zusammenzog. Neugier, Furcht und ein Funke, den sie nur zu gut kannte: der Beginn einer Geschichte. Einer echten Geschichte. Sie speicherte die Nachricht offline und schaltete den Laptop aus. Irgendetwas stimmte hier nicht. Dieses Dorf hatte Geheimnisse. Und jemand wollte, dass sie sie fand. Am Mittag ging sie zum Laden, um Notizbücher zu kaufen. Die Frau hinter der Theke lächelte nicht. Auf ihre Frage nach Henrik Voss sagte sie nur: „Traurig. Aber er war alt.“ „Und gesund“, erwiderte Lara. „Man fällt nicht einfach tot um.“ Die Frau zuckte mit den Schultern. „Gott hat seine Wege.“ Ein alter Mann, der hinter ihr stand, schnaubte. „Gott hat hier schon lange nichts mehr zu sagen.“ Lara wandte sich um. „Was meinen Sie damit?“ Doch der Mann winkte ab und verließ den Laden. Den Nachmittag verbrachte sie am Strand. Die Wellen waren ruhig. Möwen kreisten am Himmel. Der Ort wirkte friedlich – zu friedlich. Als die Sonne unterging, machte sie sich auf den Weg zur Klippe. Der Leuchtturm war außer Betrieb. Rost fraß sich durch das Geländer. Der Weg dorthin war kaum mehr als ein Trampelpfad, überwuchert von Gestrüpp. Keine Menschen. Kein Licht. Sie wartete zwanzig Minuten. Dann hörte sie Schritte hinter sich. Eine Gestalt trat aus dem Schatten. Groß. Dunkler Mantel. Das Gesicht verborgen. „Warum bin ich hier?“, fragte Lara, die Stimme ruhig. „Weil Henrik nicht der Erste war“, sagte die Gestalt. „Und nicht der Letzte sein wird.“ „Was meinen Sie?“ „Sie sind Journalistin. Finden Sie es heraus. Aber beeilen Sie sich.“ „Wer sind Sie?“ Die Gestalt drehte sich um. „Jemand, der verloren hat, was Sie noch zu schützen versuchen.“ Und dann war sie allein. Lara sah noch lange hinaus aufs Meer. Der Wind wurde stärker. Der Nebel kehrte zurück. Doch diesmal flüsterte er. Und sie hörte hin.
Hinweis
Bewertungen sollen sich ausschließlich auf die Geschichte des Buches beziehen – nicht auf die Cameo-Auswahl oder Teilnahme. Wir freuen uns über ehrliches Feedback zur Handlung, den Charakteren oder dem Leseerlebnis. Die Cameo-Chance ist ein zusätzlicher Bonus und spielt in der Bewertung keine Rolle.