Zu diesem Buch
30
Kapitel
120
Minuten
30k+
Wörter
12+
Content
Der goldene Fluch
Kapitel 1 – Der Fund
Die Hitze flirrte über den staubigen Boden der abgelegenen archäologischen Stätte. Ein endloser Horizont aus Sand und Gestein dehnte sich vor den Männern aus, die unter den sengenden Sonnenstrahlen arbeiteten. Schweiß lief ihnen in Bächen über die Gesichter, während sie mit Spitzhacken und Schaufeln ein großes Loch in den Boden gruben. Der Archäologe Dr. Samuel Hayes kniete am Rand des Grabungslochs und starrte hinab in die Tiefe. Sein Atem ging schwer, und seine Augen waren auf etwas fixiert, das im Sand schimmerte.
„Komm schon, Jungs!“, rief einer der Arbeiter, ein bulliger Mann mit einem zerfurchten Gesicht. „Noch ein paar Schaufeln und wir haben es!“
Die anderen Männer gruben schneller, als hätten sie einen verborgenen Schatz entdeckt. Und tatsächlich – etwas Großes, Rundes, schimmerte golden unter der Erdschicht hervor. Dr. Hayes beugte sich vor, sein Herzschlag beschleunigte sich. „Vorsichtig!“, mahnte er. „Das könnte ein Artefakt sein.“
„Oder ein verdammter Goldschatz“, murmelte einer der Arbeiter, dessen Augen bereits vor Gier funkelten.
Die Männer zogen mit vereinten Kräften ein schweres, mit goldenen Gravuren verziertes Objekt aus der Erde. Es war ein Kelch, groß und majestätisch, bedeckt mit kunstvollen Mustern, die uralte Symbole darstellten. Dr. Hayes konnte kaum fassen, was er da vor sich sah. Der Kelch war makellos – keine einzige Delle, kein Kratzer. Es war, als hätte die Zeit keinen Einfluss auf ihn gehabt.
„Was zur Hölle ist das?“, fragte einer der Arbeiter.
„Ein Schatz“, flüsterte der bullige Mann und griff nach dem Kelch.
„Nicht anfassen!“, rief Dr. Hayes, doch es war zu spät.
Der Mann umklammerte den Kelch fest und hob ihn triumphierend in die Höhe. „Seht her! Gold! Wir sind reich!“
In diesem Moment passierte es.
Ein leises, metallisches Klingen hallte durch die Luft, als der Kelch zu leuchten begann. Das Licht war gleißend und unangenehm. Die Männer schrieen auf und hielten sich die Augen zu. Doch das Licht erlosch nicht. Es wurde intensiver, heller, bis es den gesamten Ort in ein unheimliches, goldenes Schimmern hüllte.
Dr. Hayes kämpfte gegen das grelle Licht an und blickte zu dem bulligen Mann hinüber. „Leg ihn hin! Sofort!“, schrie er, aber der Mann schien ihn nicht zu hören.
Der Kelch pulsierte, als würde er atmen. Und dann geschah es: Eine Welle aus purem Gold breitete sich von dem Kelch aus, raste über den Boden und erfasste die Füße des Mannes. Innerhalb von Sekunden waren seine Stiefel in goldene Skulpturen verwandelt.
„Was zum Teufel –“, schrie der Mann, doch seine Stimme erstarb, als die goldene Welle weiter nach oben kroch. Seine Beine erstarrten, wurden steif und funkelten in einem unnatürlichen Glanz. Er versuchte, den Kelch loszulassen, aber seine Hände waren bereits zu goldenen Klauen erstarrt.
„Lauf!“, brüllte Dr. Hayes den anderen Männern zu, doch keiner konnte sich bewegen. Sie starrten entsetzt auf ihren Kameraden, der jetzt bis zur Brust in Gold gehüllt war. Seine Augen waren weit aufgerissen, seine Lippen zu einem stummen Schrei verzogen. Schließlich erstarrte auch sein Gesicht und er verwandelte sich in eine leblose Statue aus purem Gold.
Die Männer schrieen und rannten in alle Richtungen davon. Dr. Hayes stolperte rückwärts, seine Augen starr auf den Kelch gerichtet, der weiterhin in einem unheilvollen Glanz pulsierte. Die goldene Welle dehnte sich weiter aus, breiter und schneller als zuvor. Sie kroch über den Sand, berührte Steine, Werkzeuge, Ausrüstungen – alles, was sie erreichte, verwandelte sich augenblicklich in Gold.
Dr. Hayes riss sich los und sprintete los, so schnell seine Beine ihn trugen. Hinter ihm hörte er die Schreie der Männer, die nicht rechtzeitig entkommen waren. Ihre Stimmen wurden abrupt abgeschnitten, als auch sie zu goldenen Statuen erstarrten.
„Nein, nein, nein!“, keuchte Dr. Hayes, als er durch die endlose Wüste rannte. Der Wind heulte ihm ins Gesicht, Sandkörner peitschten ihm in die Augen, doch er rannte weiter, bis seine Lungen brannten und seine Beine sich anfühlten, als würden sie jeden Moment nachgeben.
Schließlich erreichte er den Rand der archäologischen Stätte, wo ein alter Lastwagen parkte. Ohne nachzudenken, riss er die Tür auf, schwang sich auf den Fahrersitz und startete den Motor. Mit quietschenden Reifen raste er davon, ließ die verfluchte Stätte hinter sich.
Im Rückspiegel sah er, wie die goldene Welle weiter anwuchs, sich immer weiter ausdehnte, als wäre sie lebendig. Sie breitete sich aus wie eine Flutwelle aus flüssigem Gold, die alles verschlang, was sie berührte.
Dr. Hayes presste die Hände um das Lenkrad. Sein Herz raste, und sein Kopf war voller Fragen. Was hatte er gerade gesehen? Was war das für ein Kelch? Und vor allem: War die goldene Welle noch aufzuhalten?
Die Antwort auf diese Fragen würde er bald erhalten – doch nicht in der Form, die er sich erhoffte.
Hinweis
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