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Self-Wish Cameo

Das Lied der Vergessenen + Cameo Code 🗝️

Das Lied der Vergessenen + Cameo Code 🗝️

Normaler Preis €6,99 EUR
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Inkl. Steuern.

In einer Welt, in der das Vergessen eine eigene Macht besitzt, begibt sich eine junge Frau auf eine Reise durch Nebel, Stille und innere Abgründe. Namen haben Gewicht – und wer seinen verliert, riskiert, sich selbst aufzulösen. Auf ihrem Weg begegnet sie Schatten der Vergangenheit, geheimnisvollen Hütern und einer Kraft, die alles verschlingt, was nicht erinnert wird.

Doch was bleibt, wenn niemand sich an dich erinnert?

„Das Lied der Vergessenen“ ist eine atmosphärisch dichte, tiefgründige Geschichte über den Kampf um das eigene Selbst – erzählt in eindringlichen Bildern, mit einem Hauch Magie und viel Gefühl.

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Zu diesem Buch

Kapitel
20
Kapitel
Zeit
69
Minuten
Wörter
17k+
Wörter
FSK
16+
Content
Das Lied der Vergessenen Kapitel 1 – Der Riss im Himmel Der Regen hatte am frühen Abend aufgehört, doch der Geruch von nassem Laub hing noch immer schwer über Eberhain. Rina stand am Rand der Lichtung, den Bogen locker in der Hand, und blickte zum Himmel. Etwas war anders. Die Dämmerung war zu still. Kein Vogel, kein Rascheln im Gebüsch. Nur das leise Tropfen von Wasser, das aus den Baumkronen fiel. Dann sah sie es. Ein dünner Spalt durchschnitt die Wolkendecke. Kein Lichtstrahl, kein Blitz – nur ein Riss. Wie ein Schnitt mit einem Messer, pechschwarz und unbeweglich. Er schien nicht Teil des Himmels zu sein, sondern etwas Fremdes, das über allem lag. Rina blinzelte, aber der Spalt blieb. Ein kalter Schauer lief ihr den Rücken hinab. Sie trat einen Schritt zurück. Ihre Stiefel versanken knirschend im weichen Waldboden. Für einen Moment glaubte sie, ein Flüstern zu hören – kaum lauter als ein Windhauch. Worte, aber ohne Sprache. Sie verstand sie nicht, aber ihr Herz schlug schneller. Der Riss zuckte plötzlich, als würde er sich ein winziges Stück bewegen. Und dann war er weg. Einfach verschwunden. Der Himmel war wieder normal. Doch Rina wusste: Das war nicht eingebildet gewesen. Sie drehte sich um und ging rasch zurück zum Dorf. ** Eberhain war klein. Vierzig Häuser, ein Brunnen, eine schiefe Kapelle. Die Menschen kannten einander – zu sehr. Rina mochte das Dorf nicht besonders, aber sie hatte niemanden sonst. Ihre Eltern waren tot, gefallen im Sturmjahr, als die Westgrenze brannte. Seitdem war sie allein – bis auf ihren Hund Tarn, der ihr meist im Wald folgte. Doch an diesem Abend wartete niemand auf sie. Kein Licht in ihrer Hütte. Kein Geruch von Suppe aus dem Nachbarhaus. Stattdessen erwartete sie ein leises Summen. Unbestimmt. Nervös. Sie trat vorsichtig ins Dorf. Im Zentrum standen drei Frauen und zwei Männer um den Brunnen. Ihre Gesichter waren fahl, die Stimmen flüsterten durcheinander. Als sie Rina sahen, verstummten sie. „Drei Kinder sind fort“, sagte Lehna, die Bäckerin. Ihre Stimme klang brüchig. „Seit einer Stunde. Einfach… weg“. Rina fühlte, wie sich ihre Brust verengte. „Wer?“, fragte sie. „Die Zwillinge von Garik. Und Mera, die Tochter von Feln“. Alle drei waren heute Morgen noch durch das Dorf gelaufen, lachend, schmutzig von der Erde am Bach. Rina erinnerte sich, wie Mera ihr ein verwelktes Blatt in die Haare gesteckt hatte. „Für Glück“, hatte sie gesagt. „Die Eltern?“, fragte sie. „Suchen. Im Wald. Garik ist fast durchgedreht“. Rina wandte sich sofort ab und lief los. Nicht zum Haus – sondern zum Waldrand. Ihre Beine bewegten sich, noch ehe sie darüber nachdachte. Der Regen hatte Spuren hinterlassen. Und sie wollte wissen, ob man etwas sah. Am Rand der großen Eiche entdeckte sie Abdrücke. Klein, flach, barfuß. Drei verschiedene. Doch dazwischen… noch etwas anderes. Tiefe Einkerbungen, als hätte jemand oder etwas den Boden aufgebrochen. Und da war es wieder – dieses Flüstern. Näher diesmal. Wie durch das Laub der Gedanken, nicht der Ohren. Rina kniete sich hin und fuhr mit der Hand über den Abdruck. Kälter als der Rest. Viel zu kalt. Ihre Finger zuckten zurück. Tarn, ihr Hund, bellte plötzlich hinter ihr. Rina fuhr herum – aber da war nichts. Nur Dunkelheit. Und dieses Gefühl, beobachtet zu werden. Sie richtete sich auf und ging tiefer in den Wald. Die Spuren führten nach Norden, zum alten Steg, der über den Nebelbach führte. Dort durfte man nachts nicht hingehen. Nicht, weil jemand es verboten hätte. Sondern weil es jeder wusste: Der Nebelbach war nicht normal. Die Bäume dort flüsterten. Die Schatten bewegten sich falsch. Und der Steg war… alt. Zu alt für Holz, das nicht vermodert. Rina stand nun davor. Die Spuren endeten nicht – sie gingen über den Steg. Keine Umkehr. Kein Kampf. Kein Blut. Ein Windhauch kam auf. Der Riss am Himmel war fort – aber etwas war durch ihn gekommen. Sie wusste noch nicht was. Aber es hatte Kinder geholt. Und es war noch da. ** Zurück im Dorf herrschte Unruhe. Männer mit Fackeln liefen umher, aber keiner fand etwas. Die Spur hatte niemand gesehen. Nur Rina. Sie überlegte, ob sie es sagen sollte – und tat es dann doch nicht. Nicht jetzt. Nicht, bis sie wusste, was da draußen lauerte. Sie ging nach Hause. Schlief nicht. Dachte an den Riss. An das Flüstern. An das, was noch kommen würde.
Hinweis
Bewertungen sollen sich ausschließlich auf die Geschichte des Buches beziehen – nicht auf die Cameo-Auswahl oder Teilnahme. Wir freuen uns über ehrliches Feedback zur Handlung, den Charakteren oder dem Leseerlebnis. Die Cameo-Chance ist ein zusätzlicher Bonus und spielt in der Bewertung keine Rolle.