Zu diesem Buch
25
Kapitel
68
Minuten
17k+
Wörter
16+
Content
SCHNELL & SINNLOS
Kapitel 1: Don Benzin driftet nicht – er fliegt
Tokio, ein Ort voller Neonlichter, überfüllter Ramen-Läden und einer Geräuschkulisse, die klingt wie ein Techno-Konzert mit Verkehrsanbindung. Inmitten dieser vibrierenden Metropole rollte ein Auto langsam durch die Straßen – ein grellgrüner Nissan Micra mit pinken Flammenaufklebern und Spoiler aus Pappe. Am Steuer: Don Benzin, der Mann, der nicht nur nach Benzin roch, sondern auch so dachte. Seine Freunde sagten, er habe Motoröl statt Blut in den Adern – und das war vermutlich auch der Grund, warum seine Adern regelmäßig verstopften.
Don hatte eine Mission. Er war nicht einfach nach Tokio gekommen, um Sushi zu essen und Shōgi zu spielen. Nein, Don war hier, um das legendäre „Drift-Turnier des Wahnsinns“ zu gewinnen – eine geheime, illegale Straßenrennserie, bei der das Verlieren schlimmer war als ein platten Reifen mitten in der Sahara. Der Preis: Ruhm, Ehre und ein Gutschein für fünf kostenlose Autowäschen.
„Don, du musst driften lernen“, sagte Brayo Gaspedal, sein schielender Sidekick mit dauerhaftem Kaugummi-Konsum und dem Talent, bei jedem Gespräch die falsche Richtung zu zeigen. Brayo war einmal ein echter Rennfahrer gewesen – bis er beim Rückwärtsdriften in einen Hochzeitszug krachte und fortan nur noch in Kreisverkehren lebte.
„Ich drift' nicht, ich gleite!“, konterte Don mit übertriebenem Ernst und einem Blick, den er seit drei Stunden im Rückspiegel übte.
Doch Tokio hatte andere Pläne. Kaum hatten sie einen Parkplatz gefunden – was in Tokio ungefähr so selten ist wie eine Steckdose im Dschungel – wurden sie von einer Gruppe aggressiv dreinblickender Typen umzingelt. Angeführt wurden sie von Takeshi Zylinder, einem Ex-Yakuza, der nur noch illegal driftete, weil ihm beim Kartenspiel der Daumen abhandenkam.
„Wer hier driften will, muss bezahlen. Mit Gummi!“, knurrte Takeshi, während er an einem Zahnstocher kaute, der mehr Stil hatte als Don und Brayo zusammen.
Don grinste. „Ich hab genug Gummi dabei“, sagte er und zog ein Überraschungsei mit Reifenprofil aus der Hosentasche. Takeshi war verwirrt. Die Gummimetapher war wohl zu tief für ihn.
Und so begann das erste Rennen. Don trat das Gaspedal durch, das leise quietschte wie eine alte Matratze. Der Micra schoss los – oder besser gesagt, er bewegte sich mit einem motivierten Wackeln vorwärts. Die anderen Fahrer lachten. Doch was sie nicht wussten: Don hatte „Spezial-Reifen“. Sie waren zwar aus einem billigen Einkaufswagen geklaut, aber dafür blitzten sie im Licht wie Diamanten auf LSD.
Brayo saß auf dem Beifahrersitz und schrie: „Links, Don! Links!“, während er nach rechts zeigte. Don ignorierte ihn wie immer.
Die Kurve kam näher. Don driftete nicht. Er tanzte. Der Micra schlitterte wie ein betrunkener Pinguin auf Glatteis durch die Gasse, krachte dabei in eine Mülleimer-Pyramide und landete direkt vor Takeshis Auto. Staub wirbelte auf. Eine Katze miaute dramatisch.
Stille.
Takeshi stieg aus. Sah Don an. Sah den Micra an. Sah seine zerbeulten Seitenspiegel. Und dann sagte er nur: „Respekt“.
Don nickte, als hätte er gerade einen Michelin-Stern gewonnen. Brayo allerdings starrte noch immer in die falsche Richtung und fragte: „Sind wir jetzt in Kyoto?“
Damit war klar: Don Benzin war angekommen. Nicht mit Stil. Nicht mit Technik. Aber mit einer absurden Mischung aus Mut, Wahnsinn und einem Auto, das eigentlich nie dafür gedacht war, Tokio zu überleben.
Und das war erst der Anfang.
Hinweis
Bewertungen sollen sich ausschließlich auf die Geschichte des Buches beziehen – nicht auf die Cameo-Auswahl oder Teilnahme. Wir freuen uns über ehrliches Feedback zur Handlung, den Charakteren oder dem Leseerlebnis. Die Cameo-Chance ist ein zusätzlicher Bonus und spielt in der Bewertung keine Rolle.
